Begabtenförderung am NKG

Selbst die Optimisten unter ihren Befürwortern waren sich bei der Einrichtung der ersten BEGYS-Klasse nicht sicher, ob diese Art der Begabtenförderung als fester Bestandteil unseres Schullebens so lange bestehen könnte. In den BEGYS-Klassen wird den dafür empfohlenen Schülerinnen und Schülern das Durchlaufen der Sekundarstufe I in drei statt in vier Jahren ermöglicht. Kritiker vermuteten zunächst, dass hier einer kleinen Elite sogenannter Hochbegabter auf Kosten der anderen aus Prestigegründen eine Sonderbehandlung zuteil werden sollte. Nun kann aber im Grunde niemand davon ausgehen, dass im Einzugsbereich unserer Schule die IQ-Hochbegabten, von denen man annimmt, dass gut zwei Prozent eines Jahrgangs dazu gehören, in Klassenstärke herumlaufen und dass zudem alle den Weg zum Gymnasium finden. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die Schülerinnen und Schüler, die nach den schulspezifischen Kriterien (Begabung / Leistungswille und -bereitschaft / Ausdauer / Konzentrations- und Merkfähigkeit / Interesse am Unterrichtsstoff u.a.) ausgewählt wurden, sich in der Mittelstufe nicht nur weniger langweilten, als sie das bei den vielen Wiederholungsphasen, die der Lehrplan im Normalfall für diese Stufe vorsieht, getan hätten, sie waren in der Regel auch in der Oberstufe auf dem Weg zum Abitur unter den besonders Erfolgreichen zu finden.

Von 1990 bis 1995 wurden neben dem bei uns eingeführten Modell an insgesamt sechs Gymnasien in Rheinland-Pfalz zusätzlich drei weitere Varianten von BEGYS (Begabtenförderung am Gymnasium mit Verkürzung der Schulzeit) erprobt und wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitforschung bestätigte uns unsere Arbeit uneingeschränkt. Der Abschlussbericht dazu macht auf seinen 335 Seiten deutlich, dass unsere Arbeit erfolgreich war. Neben den Ergebnissen der Forscher findet man dort auch die spezifischen Berichte der einzelnen Schulen. Die von uns erprobte Variante wurde seitdem schrittweise auf weitere Gymnasien in Rheinland-Pfalz ausgeweitet.

Obwohl es wegen der inzwischen festgelegten Messzahl von 20 nicht immer möglich war, eine solche Klasse einzurichten, entschloss man sich auch an unserer Schule, die ja Vorreiter in dieser Sache war, mit dem Modell weiterzuarbeiten. Wir sehen darin nämlich eine Möglichkeit, einen Teil unserer Schülerinnen und Schüler gezielt fördern zu können, ohne die übrigen Schülerinnen und Schüler in irgendeiner Weise zu benachteiligen. So sollte pädagogischer Fortschritt eigentlich immer aussehen. Und inzwischen sind nicht nur die Optimisten von damals überzeugt, dass es gut wäre, wenn BEGYS weiterhin Bestand hätte.


Nähere Informationen bei Herrn Peifer und Herrn Dengel.